Autor Thema: Grafschaft Vigneronne  (Gelesen 2027 mal)

Sally/Siefke

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Grafschaft Vigneronne
« am: Dezember 03, 2009, 12:32:28 »
Der Sitz des Comte Guillaume de Vigneronne ist die Traubenburg bzw. Château de Raisin. Es liegt recht mittig in der Grafschaft und ist nur 2-3 Stunden Fußmarsch vom Silbersee entfernt, an dessen idyllischer Küste natürlich auch ein adretter Sommerpalast steht: das berühmte zierliche Märchenschloss Maison de la Nacre, dessen Außenwände mit abertausenden Muschelschalen besetzt sind, sodass das Perlmutt im Sonnenlicht schimmert und funkelt.

Vigneronne ist seit jeher bekannt für seine weitläufigen Weinberge. Allerdings wurden diese ursprünglich nicht in erster Linie zum Weinanbau genutzt, sondern um Weinbergschnecken zu züchten. - diese gelten als Spezialität und werden im ganzen Herzogtum geschätzt. Abgesehen von den Weinbergen am Fluss Dascon und links vom Silbersee ist das restliche Land eher sanft hügelig, bewaldet und mit einzelnen Landsitzen bestückt. In den Silbersee fließen zwei Flüsse: von Norden her die Khelm und von Westen die Truite Gaie. Zwischen dem Silbersee und dem Dascon fließt der Enn, der jedoch im Laufe der Zeit stark begradigt, verbreitert und vertieft wurde und von Staudämmen und Schleusen durchsetzt ist.
Der große Silbersee selbst ist das Mahl- und Sägezentrum des Herzogtums. Durch künstliche Aufstauung des Wassers und kontrollierten Ablass wird genügend Wassergeschwindigkeit erzeugt, um ein wahres Heer von Wasserrädern anzutreiben. Diese Räder bewegen derzeit zwölf Mühlen, die drei Viertel der dasconschen Getreideproduktion mahlen. Ebenso werden dort vier Sägewerke betrieben, die sämtliches Holz in gebrauchsfertige Stücke verarbeiten. Ausgelastet sind diese Werke allerdings nur noch sehr selten, weil es solche Mengen an Material schlichtweg nicht mehr braucht. Sie sind vielmehr ein Relikt aus vergangenen Wachstumsjahren im Herzogtum, in denen die Waldbestände in Vigneronne stark dezimiert worden sind um die zerstörten und neuen Anwesen und Befestigungsanlagen nach dem Befreiungskrieg errichten zu können. Seit etwa zweihundert Jahren betreiben einzelne Lehen Baumschulen, forsten die gerodeten Bereiche auf und in gewissem Umfang wird auch Nutzholz aus Friedland über den Dascon in das Herzogtum geflößt. Die Reste des “echten” alten Waldes stehen unter gräflichem Schutz und wilder Holzschlag wird in Vigneronne beinahe so hart bestraft wie die Wilderei auf edles Getier. Der letzte große Wirtschaftsfaktor Vigneronnes ist die Zucht und Schmuckverarbeitung von Süßwasserperlen. Das Monopol darauf hat die Grafenfamilie, welche die fünf Zuchten allerdings bereits vor Generationen an Lehensnehmer rund um den Silbersee veräußert hat - lediglich einer der Grafensöhne, Antoine Phelip de Vigneronne, unterhält aus persönlichem Interesse eine sehr kleine und auf bunte Perlen spezialisierte Zucht.

In Vigneronne gibt es bis auf kleine Bestände an Nutzvieh zum Eigenbedarf keine nennenswerte Viehzucht, Fleisch kommt bis auf Festanlässe eher aus der Jagd oder wird in der Form von Hartwurst und Schinken importiert. Dafür lieben Vigneronner frischen Fisch, Muscheln etc., auch Pilze sind sehr typisch in vigneronner Gerichten.

Die Bevölkerung von Vigneronne gilt als handwerklich und technisch begabt, kreativ und stilsicher - allerdings auch als versnobt und auf Gewinn bedacht. Im Gegensatz zu anderen dasconschen Grafschaften findet sich hier ein signifikant höherer Anteil an gebürtigen Friedländern, denn bereits lange vor der Blutnacht gab es ob der räumlichen Nähe einige Verwandschaftsbeziehungen in allen Schichten der Bevölkerung. Nach der Besetzung Wolkoviens sollen ein paar wenige überlebende wolkovische Adlige nach Dascon geflohen sein, oder zumindest ihre Kinder unter falschem Namen zu den vigneronner Verwandten geschleust haben.
Während in den meisten Lehen ein beschaulicher, ruhiger Alltag herrscht, gilt die Flussschifferstadt Ennhavre mit ihren knapp 6000 Einwohnern als Schmelztigel der dasconer Erfinder, Künstler und Händler. Der Stadtmagistrat träumt offen von ähnlichen Rechten, wie sie der Rat in Dascon Stadt erkämpft hat, doch da Ennhavre (noch) keine freie Stadt ist und Baron Pascal d’Otrante seine Privilegien fest im Griff behält, geht das offizielle Erstarken des Bürgertums deutlich langsamer vonstatten - obwohl kaum jemand abstreiten würde, dass es die bürgerlichen Handwerker und Händler sind, welche Ennhavre zu immer größerem Einfluss und Reichtum verhelfen.
Auch wenn darüber keine allgemeine Klarheit herrscht, behaupten Ennhavrer steif und fest, dass hier der revolutionäre Druck mit beweglichen Lettern erfunden wurde, von einem Herrn Jean Boncolline, seines Zeichens Goldschmied.

Militärisch gesehen sticht Vigneronne nicht gerade heraus. Die Grenzlehen nehmen ihre Verantwortung ernst, doch generell zählen die vigneronner Ritter dem Klischee nach eher zu den Schöngeistern, Turnierrittern und Höflingen, als zu den Kriegstreibern an vorderster Front. Bemerkenswert ist allerdings die hohe Zahl an guten Schützen - sei es Bogen, Büchse oder Kammergeschütz - aus Vigneronne. Hier greift wohl wieder die sprichwörtliche Geschicklichkeit der Vigneronner mit Werkzeug… alternativ profitieren sie von der beliebten Jagd in den tiefen Wäldern der Grafschaft.

Kurz und knapp:

Export: Wein, Perlen, Bauholz, Mehl, Pilze, Schnecken
Import: Getreide, Keramik, Stoffe, Metalle, haltbare Fleischprodukte, Salz
Besondere/typische Berufe: Treidler, Pilzjäger, Perlenbauer/-schnitzer, Winzer/Weinknecht, Schneckensammler, Müller, Fischer, Förster

Abseits der Grafenfamilie benannte Adlige/Lehen:

Chevalier Yabeau Pretoria de Pervenche
Chevalier Jaques Esteniot de Pervenche zu Coquille
____ du Lac, Knappe von Ritter Ulrich de Sevigny zu Reichenstein
Baron Pascal d’Otrente von Ennhavre

sonstige Orte/Gruppen:

Pixner (Ennhavre)
gefürchtetes Petanque-Team “Vigneronner Weinbergschrecken”
« Letzte Änderung: November 26, 2019, 22:46:35 von Anne »

Anne

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Re: Grafschaft Vigneronne
« Antwort #1 am: November 26, 2019, 22:46:48 »
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