Autor Thema: Grafschaft Marsault  (Gelesen 2124 mal)

Sally/Siefke

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Grafschaft Marsault
« am: Dezember 03, 2009, 12:33:14 »
Marsault ist die mit Abstand größte Grafschaft im Herzogtum Dascon. Im Osten wird sie vollständig, im Süden zu etwa einem Drittel vom Meer begrenzt. Nordwestlich von Marsault liegt Rhumforte, südwestlich grenzt es an die Markgrafschaft. Die beiden größeren Flüsse in Marsault heißen Glasbach und Dourdenne, wobei sich letzterer in der weiten südlichen Kornfläche der Grafschaft aus dutzenden kleineren Bächen bildet und eher träge und schlammig ist, während ersterer zum Großteil aus einer einzigen großen Gebirgsquelle auf rhumfortschem Boden gespeist wird und für seine klirrende Kälte bekannt ist.
Der Sitz der Gräfin Madeleine de Marsault ist auf Burg Weidental. Die wegen ihrer Großzügigkeit äußerst beliebte Gräfin ist sehr volksnah und mischt sich nur selten in die politischen Geschäfte des Herzogtums ein. Ihre Nachkommen sind nicht ganz so nahbar, zeigen jedoch großes Potential für die Führung der Grafschaft:
Der geduldige und und etwas bequeme Albert de Marsault, verheiratet mit der Baronstochter Clara Aurelia de Herrisón, erbt höchstwahrscheinlich den Grafentitel, seine strenggläubige jüngere Schwester Victoria de Marsault ist allerdings bekannt für ihren knallharten Sinn fürs Geschäftliche und Politische und ist Gerüchten zufolge bereits jetzt die graue Eminenz in der Grafschaft.

Im südlichen Teil von Marsault liegt die Freihandelsstadt Fjordhafen, mit der Marsault ein gutes und lockeres Verhältnis hat. Anders sieht es aus mit Okenholm im Norden von Marsault, die stolze Freihandelsstadt gerät über die Zollbestimmungen zur Nutzung des marsaulter Wegenetzes häufig in Streit. Abgesehen von Weidental mit etwa 4500 Einwohnern gibt es keine größere Ansiedlungen in Marsault, der Großteil der Bevölkerung lebt auf Höfen, Landsitzen und in kleinen Dörfern. Diesem Umstand ist es geschuldet, dass es in Marsault bisher kein rechtes Verständnis für das erwachende Selbstbewusstsein des Bürgertums in Dascon Stadt oder Ennhavre, geschweige denn in den Freihandelsstädten gibt.

Alle Bewohner in der Grafschaft sind bekannt und berüchtigt für die verzweigten und engen Familienverhältnisse, mehr Cousinen und Cousins gibt es nirgendwo in Dascon. Das liegt wohl auch an der Hauptproduktion von Marsault: Getreide, Obst, Schnaps und Bier. Das ganze Land ist übersäht mit Korn- und Hopfenfeldern. Ebenso gibt es etliche Brauereien und Destillerien, fast jede Familie hat ihren eigenen Lambig. Nicht ohne Grund nennt man Marsault die Kornkammer Dascons, und so ist es vielleicht keine exorbitant reiche Grafschaft, doch es muss kaum jemand jemals hungern - was sich auf die Stimmung der Bevölkerung auswirkt. Die Leute von Marsault haben bisweilen einen recht nuscheligen Akzent und sind zumeist von Grund auf fröhlich gelaunt: Es vergeht kaum ein Tag, ohne dass irgendwo ein Dorffest, wie zum Beispiel die beliebte Wagenweihe, gefeiert wird. Neben der Landwirtschaft ist auch die Viehzucht weit verbreitet, außer starrköpfigen Schafen, Ziegen und Schweinen gibt es auch einige größeren Rinderherden im Besitz der Marsaulter Adelsfamilien. Fest in der Hand der Grafenfamilie sind die Salzschöpfen entlang der Küste, das gewonnene Meersalz stellt mehr als nur eine Handelsware dar - es ist Teil der (kulinarischen) Identität Marsaults.

Die Grafschaft Marsault stellt mit Abstand den grössten Teil der herzoglichen Armee - allerdings werden gut drei Viertel davon benutzt, um die die Seegrenze und die Nordgrenze nach Westberg, wo im Gegensatz zu Rhumforte und Vigneronne keine Berge oder dichte Wälder einen Angriff behindern würden, zu sichern. Bei der Neuordnung des Herzogtums nach der Befreiung durch den ersten Herzog wurde die Grafschaft in winzige Lehen zersplittert und mit Wehrhöfen überzogen. Auch wenn kaum einer der Ritter mehr als einen Hof und ein paar Acker Land sein Eigen nennt, sind sie auf ihr Land und ihre Aufgabe sehr stolz. Die marsaultschen Ritter mit ihren Knappen und Waffenknechten gelten als tapfer, großherzig und erfindungsreich, darüber hinaus haben die Herrschaften meist ein sehr gutes persönliches Verhältnis zum Gesinde. Ein größeres Aufgebot aus Marsault wurde zwar schon länger nicht mehr aufgestellt, aber den Erzählungen zufolge soll es mehr an einen bunten Mob mit Mistgabeln in den Händen und Feuer in den Augen erinnert haben, als an ein Ritterheer. Natürlich bringen die vielen Adelsfamilien in gewohnter marsaulter kinderreicher Manier auch etliche letztendlich landlose Adelssprösslinge hervor, die sich als Höflinge ein Lehen oder einen Posten verdienen, als Turnierritter herumziehen, oder auch ihre Bestimmung in einem Kloster finden müssen.

Abseits der Grafenfamilie sind folgende Adligen in/aus Marsault benannt:
Baron Viktor de Herrisón von Igelsheim
Elizabeth, Helena und all die anderen Damen von Liebenstein
Ritter Ulrich de Sevigny zu Reichenstein
Jerome "der Bär" de Sevigny
Alberich von Sterndahl

Ortschaften:
Der Gasthof Nussbergl in der Baronie Igelsheim
Die Baronie Zweibrück nahe Okenholm
Schellenberg neben Liebenstein

Kloster:
Viktorianer-Kloster Etzenhof, Priorin Mutter Reganza
« Letzte Änderung: November 26, 2019, 22:48:15 von Anne »

Anne

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Re: Grafschaft Marsault
« Antwort #1 am: November 21, 2019, 22:39:21 »
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