Autor Thema: Dasconsche Post - die grünen Armant  (Gelesen 1699 mal)

Anne

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Dasconsche Post - die grünen Armant
« am: Dezember 06, 2012, 20:38:11 »
Armant Verdoyant - die grünen Armant

Das dicht gestrickte und weite Botennetz der Armant Verdoyant/grünen Armants unter Führung der Familie Pervenche geht zurück auf Chevalier Armant Guaspart de Pervenche. Im Jahre 846 nCE. während eines Zerwürfnisses der mächtigen Grafen von Marsault und Rhumforte wurde er damit beauftragt, eine Depesche des Herzogs mit einem Urteil zu der Angelegenheit zu überbringen – und dank findiger Organisation von Wechselpferden und treuen Gefolgsleuten gelang es ihm, das Schreiben innerhalb kürzester Zeit zu den streitenden Parteien zu senden. Somit wurde weiteres unnötiges Blutvergießen auf beiden Seiten verhindert, und durch den weisen Beschluss des Herzogs kehrte wieder Friede zwischen den Grafschaften ein. Über das rasche Zerstreuen des Zerwürfnisses durch die prompte Übermittlung der Depesche erfreut, beschenkte der gütige Herzog Phelip Raymont de Vigneronne den Chevalier Armant nicht nur mit dem Erblehen Coquille in Vigneronne, sondern ernannte ihn zum herzoglichen Postritter, der in Zukunft mit der Überbringung wichtiger Dokumente betraut werden sollte.
Dieser Vertrauensbeweis sollte nicht enttäuscht werden, denn unter der Anleitung des frisch gebackenen Freiherren Armant entstanden noch zu dessen Lebzeiten die ersten festen Posten mit Wechselpferden und –reitern auf den Strecken zwischen den wichtigsten Dasconschen Höfen und Städten, wodurch sich die Nachrichtengeschwindigkeit am Ende seines erfüllten Lebens von 25 auf bis zu 166 Kilometer am Tag erhöht hatte.

Seine Nachkommen konnten das Botennetz weiter verdichten und bis über die Grenzen von Dascon heraus erweitern, außerdem begann man bald damit, auch nicht-staatliche Briefe der oberen Schichten gegen Bezahlung zu überbringen. Die bereits bestehenden Zunftnetze wie die Wein- oder Kornboten sahen in dieser kommerziellen Ausweitung eine Gefahr für den eigenen Profit, und da die Boten der Familie Pervenche unter herzoglichem Wohlwollen agieren und unter den bestehenden Botennetzwerken ein Monopolrecht  auf das Benutzen von Signalhörnern und einem eigenen Wappen haben, schwelt dieser Interessenskonflikt bis in die heutige Zeit vor sich hin. Es heißt, die Zunftnetze seien zwar günstiger, allerdings auch weniger zuverlässig und vertraulich.
Als Erinnerung an den Begründer des Botennetzes wird jeder der heute etwa 200 Meldereiter unterwegs als „Armant“ betitelt, die grünen Kleider als Zeichen der Wappenfarben der Familie Pervenche tun ihr Übriges - Heute sind die grünen Boten Armants weithin in der Bevölkerung bekannt und allseits geachtet für ihre Zielstrebigkeit, Pünktlichkeit und Treue, noch nie hat eine Bestechung oder sonstige Kompromittierung eines Armants die Institution erschüttert. Auch tragen die Meldereiter nicht nur versiegelte Botschaften, sondern Nachrichten aus der weiten Welt bei sich, was das aktuelle Geschehen sprichwörtlich auf grünen Schwingen durch die Lande fliegen lässt und einem müden Reiter normalerweise stets Tür und Tor bei den Leuten öffnet.   

Der einzelne grüne Bote Armants

Ein Leben als grüner Armant verspricht eine harte Ausbildung, weite Reisen, lange Monate fern der Heimat - aber auch gute Bezahlung und die Achtung sowohl des Volkes (wenn man nicht gerade Zunftboten begegnet) als auch des Adels. Kommt es unterwegs zu einem Unwetter, das Leib und Leben des Boten oder des Pferdes gefährdet, so wurde noch nie einem grünen Boten ein Unterschlupf in einem dasconschen Haushalt verwehrt. Das liegt einerseits an dem guten Ruf der Boten, aber andererseits auch an der Gewissheit, dass mit dem Gast auch Neuigkeiten in das Haus kommen.
Die meisten grünen Armants sind bürgerlicher Herkunft, aber auch der niedere Landadel hat die Chancen des geachteten Botendienstes für sich entdeckt - mit den Erfahrungen und den Verbindungen eines grünen Boten in der Hinterhand konnte so mancher Sprössling einer verarmten Familie schließlich Fuß an einem renommierteren Hof fassen. Sei es als vertrauenswerter zuverlässiger Hofbeamter, Herold oder auch als (Reit)Lehrer als schier unerschöpflicher Quell in Bezug auf Dasonsche und Lyrische Familien, deren Wappen und Umgangsformen für den Nachwuchs des Hofes… Alle Boten gelten jedoch zumindest offiziell als gleich wichtig und nehmen darüber hinaus für die Dauer eines Botendienstes den ersten Namen Armant an, ganz egal ob es Frauen oder Männer sind.

Ausbildung und Sprösslinge
Die Dienstzeit eines Armants beträgt mindestens sieben Jahre - drei davon befassen sich allein mit der Ausbildung. Neben Lesen, Schreiben und grundlegender Mathematik pauken die “Sprösslinge” vor allem die Geographie der bedienten Gebiete und Familienverknüpfungen unter den Adelshäusern. Auch Reiten, Sternenkunde und Rhetorik sind wichtige Bestandteile des Lehrplans. Ein besonders scharfes Augenmerk liegt allerdings darauf, ob der Sprössling ehrlich, loyal und unbestechlich ist, denn die Integrität der Armants besteht vor allem in der Sicherheit, dass Botschaften und Depeschen ungehindert und geheim (zuerst) bei dem dedizierten Empfänger ankommen. Daher wird ein Sprössling nach der anderthalb Jahre dauernden theoretischen und einer bestimmten Poststation zugewiesenen Grundausbildung einem erfahrenen Armant unterstellt, der die Tauglichkeit prüfen und bei zufriedenstellendem Dienst nach weiteren anderthalb Jahren grünes Licht geben muss - buchstäblich! In Anlehnung an die Hofkapelle in Coquille, in der seit Armant Guaspart de Pervenche durchgängig eine Kerze hinter grünem Glas brennt, weisen in der St. Pretorius geweihten Botenkapelle in Dascon Stadt, wo sich der Hauptsitz der grünen Boten befindet, dutzende von Kerzen hinter grünen beschrifteten Papierschirmen auf die aktiven Armants hin. Traditionell werden die Kerzen der wenigen im Dienst verstorbenen Armants gelöscht, jedoch nicht entfernt, während die Schirme ausgetretener Boten einer Kartei hinzugefügt werden.

Aktiver Dienst

Ein aktiver Armant ist nicht fest einem bestimmten Wechselposten zugeteilt, sondern verbleibt nach dem Übergeben der Nachricht an einen frischen Boten so lange an einem Posten, bis er wieder in eine andere Richtung gebraucht wird. Auf bestimmten schwierigen Streckenabschnitten eilen allerdings auch mal nur ortsansässige Meldereiter zwischen zwei Posten hin und her, die nur im Notfall über ihre bekannten Gebiete hinaus eingesetzt werden. Auch ist es möglich, dass besonders brisante Meldungen lediglich mündlich einem Armant anvertraut werden, der die gesamte Strecke mit wechselnden Pferden bestreitet.
Darüber hinaus ist es Gang und Gebe, dass ein grüner Bote als Begleitung einer diplomatischen Abordnung mitreist, um nach Aufsetzen eines Dokumentes dieses schnellstmöglich in das Botennetz der Armants' einschleusen zu können. Diese Variante ist allerdings nicht gerade günstig, sich einen oder gar mehrere “private” Armant zu leisten, zeugt demnach von Geld und politischer Relevanz.

Wichtig ist, dass die Institution und der einzelne Armant einzig der Familie de Pervenche (derzeit geführt von Ysabeau de Pervenche) und dem Herzog von Dascon Gehorsam und Rechenschaft schuldig sind. Weder weltliche noch geistliche Herrschaften haben irgendeinen Anspruch auf die Herausgabe von Nachrichten! Auch dürfen Armants traditionell keine Geschenke annehmen, die wertvoller als ein tellergroßer Birnenkuchen mit Schlagrahm sind - auch gut gemeinte Dankesgaben sind ein schlüpfriger Pfad hin zur Bestechlichkeit. Die regelmäßige gute Bezahlung (durchschnittlich 25 Silbertaler nebst fünf Taler in ein Rentensäckel pro Monat, darüber hinaus freie Kost & Logis in den Poststationen) und der Stolz auf die moralische Integrität der Armants bewahren die Boten zuverlässig vor der Versuchung… auch gibt es eine Legende, wonach bei Verrat durch einen Armant der Geist des Chevalier Guaspart in den Schuldigen fahren und ihn sofort entlarven soll.
Einige Armants haben allerdings in letzter Zeit zusätzlich zu dem Botendienst eine eigene Abmachung mit Verlegern von Nachrichtendrucken des Herzogtums geschlossen und vertreiben die Blätter in Kommission. Die Verwaltung duldet dies, solange die eigentliche Aufgabe des Boten nicht beeinträchtigt wird oder hetzerische oder ketzerische Drucke auf diese Weise in Umlauf kommen.

Berufskleidung und Erkennungsmerkmale:

Um die grünen Boten Armants jederzeit ohne Probleme erkennen zu können, braucht es einfache Erkennungsmerkmale in der Kleidung und Accessoires. Jeder Armant sollte zusätzlich zu individueller, angemessener Kleidung mit dem Folgenden ausgestattet sein:
- eine dunkelgrüne Garnache (Vigneronne ist ja 14. Jhd) aus Loden/Wolle mit gut sichtbarem Emblem vorne rechts
- ein dunkelgrüner Jagdhut (evtl. gelb gefüttert).
- ein gewachster oder mit Leinöl eingelassener Beutel für Briefe mit dem Emblem,  alternativ ein umhängbarer Lederzylinder.
- ein Signalhorn

Achtung:
  • Sprösslinge tragen keinen Jagdhut!
  • Falls die Garnache wegen eines zu leichten/luftigen Stoffes als Schlechtwetterschicht ungeeignet ist, sollte ein hüftlanger dunkelgrüner Vollreismantel/Wachmantel oder eine dunkelgrüne lange Gugel (langer dünner Zipfel) mit einem gut sichtbaren Emblem versehen werden.
  • Armants sind normalerweise sehr leicht oder gar nicht gerüstet. Geschwindigkeit geht vor und bevor es zu einem Kampf kommt, sollte ein Bote lieber rechtzeitig fliehen. Es gibt ein paar kampferfahrene “schwere” Armants, diese werden allerdings selten und nur für wichtige aber nicht drängende Dokumente, oder auf erfahrungsgemäß gefährlichen Routen eingesetzt. Zur Verteidigung im Notfall oder Abschreckung von Langfingern tragen viele Armants gute, schlichte Eichenknüppel, selten mehr.

Emblem: An einem Dasconrad hängendes Rufhorn.
Wappen: auf grünem Feld ein gelbes zwölfspeichiges Rad, an den verlängerten Speichen fünf & sieben hängt ein gelbes rechtsgewandtes Rufhorn.

Armant als SC-Konzept

Als grüner Bote kann ein Spieler wunderbar allein auf ein Con gehen, oder im Gefolge eines Adligen reisen. Durch die besondere Stellung als renommierter Armant kann man sowohl mit einigem Selbstbewusstsein in höheren Kreisen verkehren und in politisches Ränkespiel verflochten werden, als auch fröhlich mit dem Gesinde einen draufmachen und von den Geschehnissen in aller Welt berichten oder bei Briefen nach Hause helfen - solange nicht vergessen wird, dass der einzelne Bote seinen Ruf der Institution verdankt und umgekehrt sein Handeln die Meinung von der Institution in den Augen seiner Spielpartner prägt.
Besonders wichtig ist, dass auch Spieler-Armants nicht bestechlich sind oder eigennützig/zwielichtig mit den ihnen anvertrauten Informationen umgehen. Bitte nehmt das ernst, denn die Taten auf Con wiegen viel schwerer als jeder noch so idealistische Flufftext zu einem Landeshintergrund. Ein Armant kann und sollte natürlich wie jeder runde Charakter individuell und mit persönlichen Fehlern behaftet sein, die Versuchung ist auch richtig spannendes Spiel, aber die Loyalität zu der Institution, dem Herzog und den Botschaften (in dieser Reihenfolge ;) ) muss letztendlich zweifelsfrei gegeben sein.

Als eigenständiger Spielercharakter ist ein/e Armant eher kein Anfängerkonzept - sicheres Wissen in Sachen Adelspersönlichkeiten, Dasconhintergrund und auch Lyrien und dem Ceridentum sind eine Voraussetzung dafür, dass ein Bote souverrän auftreten und seine Aufgaben erfüllen kann. Andererseits kann es für brennend angefixte Neueinsteiger auch ein toller, intensiver Auftakt in Dascon/Histolarp sein, wenn ihr euch gerne etwas in Dinge reinfuchst. So eine Rolle kann sowohl im Hintergrund als auch im Rampenlicht einer Veranstaltung agieren und spannende Spielaufhänger für alle Anwesenden anstoßen. Und falls ihr schon immer mal ein berittenes Konzept umsetzen wolltet.. hier, wir nehmen euch mit Handkuss!
Grundsätzlich melden sich Interessenten bitte bei Sonja oder Tobias, allein um weitere Infos, Nachrichten, Briefe oder auch Zeitungsdrucke von uns zu bekommen. Alle SC-Armants beginnen als Sprössling, alle Armants stammen gebürtig aus Dascon.

Armant als GSC-Konzept

Immer wieder einmal brauchen wir auf eigenen oder auch fremden Cons jemanden, der zwischendurch als Armant auftritt, um Briefe, Depeschen, Botschaften oder auch Zeitungsdrucke aus Dascon ins Spiel zu bringen oder entgegen zu nehmen. Falls ihr an solchen kurzen Einsätzen Spaß hättet und helfen wollt, einerseits die Institution zu etablieren und andererseits auf einer Con die erlebbare Spielwelt über die Grenzen der Location hinaus zu erweitern, dann meldet euch gerne bei uns! Wir bereiten gerne für Histocons mit/von dasconschen oder lyrisch/avarisch/friedländischen Spielern Zeitungen, Nachrichten oder/und Briefe vor.
Bei unseren eigenen Veranstaltungen greifen wir (wenn es von der Location geht) gerne auch auf echte Pferde nebst Reitern aus der Gegend der Location zurück, da hält sich aber bei lokalen Nichtlarpern bei allem Interesse an Rollenspiel/Mittelalter die Begeisterung für explizit Dascon verständlicherweise oft in Grenzen - falls ihr also ein berittenes Konzept umsetzen wollt und ein Pferd habt, aber einen Armant als vollen Charakter zu anstrengend fändet, wäre das eine klare win-win Situation!  ;)
Ansonsten gilt natürlich auch hier: Loyalität zum Herzog, Unbestechlichkeit und ein gewisser Sinn für die repräsentative Position, die man als Armant innehat, sind Kernelemente des Spieles.
« Letzte Änderung: November 18, 2019, 16:27:54 von Anne »

Anne

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Re: Dasconsche Post - die grünen Armant
« Antwort #1 am: November 18, 2019, 16:28:16 »
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